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Foto: Sandra Hinrichs

Ja, das haben Sie sich hier ganz richtig ausgesucht! Sie befinden sich nämlich an einem von 15 ausgesuchten Aper Lieblingsorten!
Alle diese Lieblingsorte sind bestückt mit Skulpturen des Oldenburger Künstlers Jörg Ridderbusch. Und wenn sie erzählen könnte, dann würde der germanische Göttervater in Godensholt wahrscheinlich Folgendes sagen...

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Phôl ende Wuodan fuorun zi holza.

Das haben Sie schätzungsweise nicht ganz verstanden. Deswegen helfe ich Ihnen auf die Sprünge. In heutigem Deutsch würde es etwa so viel heißen wie: Wotan ritt auf einem jungen Pferd in einen Wald hinein. So beginnt einer der berühmten Merseburger Zaubersprüche, der mir gewidmet ist. Jawohl, ich bin es: Odin oder Wotan, der germanische Göttervater, der Gott des Waldes, der Jagd und der Natur. Hier an den Ufern des Godensholter Tiefs haben die Menschen offenbar schon vor Urzeiten etwas ganz Besonderes gefunden. Schon der römische Geschichtsschreiber Tacitus wusste davon zu berichten, dass die Menschen östlich des Rheins ihre Gottheiten in der Natur finden und verehren. Und hier in Godensholt fühlten sich die Menschen dem Göttlichen, also mir, besonders nah, wie der Ortsname bis heute bezeugt. Noch bis weit ins Mittelalter hinein wurde der Ort hier „Wodensholt“ genannt, also ein Wald oder Gehölz, wo man mich, Wotan, verehrte! Erst später änderte sich der Name und hieß seitdem Godensholt.
Hier vor Ort befand man sich im südwestlichen Grenzbereich der alten Grafschaft Oldenburg. Nicht weit jenseits des Godensholter Tiefs lag schon das Niederstift Münster, in den Wirren des 15. und 16. Jhd. oft Feindesland, zumal man sich nicht auf die genaue Grenzlinie einigen konnte. So kam es vor, dass die Godensholter sich das eine oder andere Münsteraner Schaf unter den Nagel rissen, das sich angeblich auf ihr Territorium verirrt hatte, umgekehrt natürlich ebenso! Der Ärger unter den Nachbarn war zeitweise so groß, dass sich sogar der Kaiser in Wien damit befasste!
Später dann wurden die Zeiten jedoch friedlicher. Die Godensholter kamen mit ihren Nachbarn mittlerweile wieder gut aus und hatten Zeit, sich um anderes zu kümmern. Und das setzt sich bis heute fort: Godensholt ist ein kleiner Ort mit unter 1000 Einwohnern, hat aber dennoch 12 hochaktive, ganz unterschiedliche Vereine, die mit viel Engagement das Dorfleben gestalten. Zu Recht ist daher dieser Ort ein Lieblingsort der Aper Bürgerinnen und Bürger.
Also, kommen Sie, nähern Sie sich mir und meiner mächtigen Eiche, bewundern Sie mich in meinem vollen Ornat und erkennen Sie meine tiefe Verbundenheit mit diesem besonderen Ort. Und dann seien Sie eingeladen, durch mein Reich zu wandern, vielleicht zu Fuß, per Rad oder auch mit dem Kanu!

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