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Ja, meine Damen und Herren, Liebe Leute! Willkommen am Pottbäckerplatz! Nur für den Fall, dass Ihr nicht wisst, was ein „Pottbäcker“ ist: Was ein „Pott“ ist, das wisst Ihr ja wohl: ein Topf! - Na, und wenn  jemand Pötte backt, ist er natürlich ein Töpfer! Die Töpferei hat hier in Ochtrup eine große Tradition, und die hiesigen Pötte erfreuen sich auch in der weiteren Umgebung großer Beliebtheit. Deshalb muss es Leute wie mich geben, die die Tonwaren unter die Leute bringen. - Ach, ich hab´ mich Euch noch gar nicht vorgestellt, Ihr Lieben: Ich bin August Dinkhoff, ein echter Pöttker oder Kiepenkerl, man möchte sogar sagen, der Kiepenkerl! Ich schnüre mir meine Kiepe, das ist so eine Art großes Korbgestell, in das allerhand reinpasst, auf den Rücken und zieh dann mit meinen Waren auf Schusters Rappen übers Land. Schon von weitem kann man mich mit meinem roten Halstuch, meinem blauen Hemd, meiner Mütze auf dem Kopf, meinem Pfeiffchen im Mund und meinem Wanderstock erkennen. Und ich kann Euch sagen, dass man sich überall freut, wenn ich auftauche! Das ist vielleicht sogar das Allerschönste an dem, was ich mache. Überall trifft man nette Leute und kuert miteinander. Auf den weiter abgelegenen Höfen im Ems- oder Münsterland freuen sich die Bauern und ihre Familien nicht nur über meine Waren, sondern auch über die Geschichten, die ich mitbringe. Das gehört einfach zum Service dazu. Und da sie wissen, dass ich in der Gegend viel herumkomme, krieg´ ich oft noch ein paar Botschaften und Aufträge mit. Bei solchen Gelegenheiten habe ich sogar schon Ehen gestiftet, jawohl! Schüchtern darf man dabei allerdings nicht sein, wenn man so unterwegs ist! Und ganz gerne auch ein bisschen pfiffig, denn ein gut gelaunter Kunde kauft immer mehr als ein Miesepeter. Schließlich will ich meine Schüsseln, Teller, Töpfe auch an den Mann – oder besser die Frau – bringen. Wenn ich also irgendwo ankomme, muss ich mich erst einmal laut bemerkbar machen, am besten so, dass die Leute mich gleich wiedererkennen. Mein Lieblingsspruch ist immer: „Meine lieben Angehörigen, schenkt mir einen Siebenöhrigen“ - dann ist jeder gleich bei der Sache und weiß, worum es geht: so ein Siebenöhriger ist nämlich ein speziell geformter Nachttopf.  - Ihr könnt Euch ja überlegen, ob Ihr nicht auch einen braucht! Manchmal rufe ich auch „Olle Lumpen, nie Pötte!“ - und schon ist man im Gespräch. Wenn´s denn über den Pöttkerspatt bis nach Holland geht, muss ich mich natürlich in der Landessprache bemerkbar machen: „Ochtrupsche pottjes en pannetjes!“

Eigentlich bin ich sehr zufrieden mit dem, was ich tue. Ich bin viel an der frischen Luft, habe meine Freiheit und auch mein Auskommen. Aber eines macht mir dann doch Sorgen, und das ist die vermaledeite Eisenbahn. Seit wir die in Ochtrup haben, sind die Leute mobiler geworden und kommen selber weit herum, auch um einzukaufen. Das ist nicht gut fürs Geschäft! Aber was belämmer´ ich Euch mit meinem Kram. Kuckt Euch mal lieber meine Ware an: Hier, feuerfeste Pötte zum Kochen, oder soll´s doch eher so´n Siebenöhriger sein? Oder  wie wär´s mit einer echten Ochtruper Nachtigall, so´ner schönen Tonpfeiffe. Die gibt’s nur hier original in Ochtrup! Das kleine Mitbringsel für die Dame, gehört zum Repertoire eines jeden Herzensbrechers! Probiert´s aus!

Also bis dann. Guet gaon!

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