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Frau: Wir sind doch nunmehr ganz, ja mehr denn ganz verheeret.
Der frechen Völker Schar, die rasende Posaun,
das vom Blut fette Schwert, die donnernde Kataun,
hat aller Schweiß und Fleiß und Vorrat aufgezehret.

Die Türme stehn in Glut, die Kirch ist umgekehret.
Das Rathaus liegt im Graus, die Starken sind zerhaun.
Die Jungfern sind geschändt, und wo wir hin nur schaun,
ist Feuer, Pest und Tod, der Herz und Geist durchfähret.

Reiter: Was singt Ihr für ein Trauerlied! Habt Hoffnung, gute Frau, der Friede ist nah!

Frau: Das kann ich mittlerweile kaum noch glauben! Seit 30 Jahren wütet dieser Krieg in ganz Deutschland und für uns in Grenznähe noch viel länger! Kamen doch immer wieder spanische und niederländische Söldner, die ihren Krieg in unser Land trugen! Ohne jede Gnade raubten und zerstörten sie das Wenige, das wir im Schweiße unseres Angesichts aufgebaut hatten. Wir glaubten einst, der Handel auf der Ems könnte uns bescheidenen Wohlstand bringen. Wohlstand, ha! Der Traum ist gründlich ausgeträumt.

Reiter: Nun denkt doch, der Frieden zwischen Spanien und den Niederlanden ist bereits geschlossen! Im Rathaussaal zu Münster ist er feierlich beschworen worden!

Frau: Schaut doch nur unsere Martinuskirche an. Seitdem die Söldner des Herzogs von Sachsen-Weimar ihr Unwesen hier trieben, steht ihr Turm nur noch als Brandruine da, ein Bild für unseren ganzen Ort! Ebenso die Zollburg Schöneflieth auf der anderen Seite der Ems. Sie hätte uns schützen sollen. Nun ist sie nicht viel mehr als ein Haufen Trümmer!

Reiter: Ich will Euch dennoch Mut zusprechen, das Schlimmste ist vorbei!

Frau: Das sagt man uns schon eine ganze Weile! Ich kann das nicht mehr glauben. Noch letztes Jahr kamen einmal mehr die Schweden unter General Königsmarck und plünderten das Land bis vor die Tore Münsters, wo man doch eigentlich den Frieden stiften will!

Reiter: Seid getrost, das nächste Mal, wenn ich durch Greven reite, trage ich die Botschaft, die alle Welt so sehr ersehnt, gewiss bei mir. Hü!

Frau: Ich weiß nicht mehr, ob ich darauf noch warten will…

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