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Moin und herzlich willkommen im Windpark von Holtriem! Sie haben hier eine wirklich einzigartige Attraktion vor sich, die es in dieser Form nirgendwo anders zu sehen gibt.
Selbstverständlich wissen Sie, dass wir an der Küste beständigen Wind haben, weil der Temperaturunterschied zwischen Land und Meer die Luft hier immer in Bewegung hält. Und Sie wissen auch, dass die Windparks an der Küste deshalb einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz leisten, damit die Polkappen nicht noch weiter abschmelzen und unser schönes Ostfriesland Gefahr läuft, irgendwann von den freiwerdenden Wassermassen überflutet zu werden. Was Sie vielleicht aber noch nicht wissen, ist, dass unser Anlagentyp „E 66“ heißt. „E“ steht für die Firma Enercon, die ihren Sitz nicht weit von hier in Aurich hat. Und die „66“ steht für die Spannweite der Rotorblätter, ganze 66 Meter!
Aber alles das macht unseren Windpark noch nicht zu dem Besonderen, von dem ich eben schon so geschwärmt habe. Es ist vielmehr die Aussichtsplattform, die es in dieser Form in ganz Europa weniger als ein Dutzend Mal gibt. Wenn Sie die 300 Stufen aufwärtssteigen und schließlich oben stehen, dann verspreche ich Ihnen, haben Sie eine Aussicht, die Ihnen die Tränen in die Augen treibt! Die gesamte Weite der ostfriesischen Halbinsel breitet sich vor Ihnen aus! Auf der einen Seite sehen Sie in der Ferne Wilhelmshaven liegen, vor der Küste die ostfriesischen Inseln, auf der anderen Seite die Kräne der Nordseewerke in Emden, ja sogar noch die Anlagen im holländischen Eemshaven jenseits des Dollarts.
Dieser Ausblick ist eigentlich zu jeder Jahres- und Tageszeit atemberaubend, obwohl ich sagen muss, mein persönlicher Favorit ist der Herbst, wenn abends langsam die Sonne untergeht, das hat wirklich was Romantisches.
Ha, wo wir gerade beim Thema sind: So mancher schon hat die Gunst des Augenblicks ergriffen und in der Aussichtsgondel seiner Liebsten einen Heiratsantrag gemacht. Nicht die schlechteste Wahl, kann er doch jetzt zu Recht behaupten, er hätte ihr die Welt zu Füßen gelegt! Manche nutzen die Wirkung dieses Ortes aber auch in anderer Weise. Ich habe mir erzählen lassen, dass den einen Sommer ein Herr gleich mehrere Wochen hintereinander auf die Aussichtsplattform stieg – und zwar jeweils in Begleitung einer anderen Dame. Na, ein Arger, wer sich Böses dabei denkt!
Überhaupt ist die Aussichtsplattform Magnet für alle möglichen Besucher, vom fast 90jährigen Rentner, der zu Hause in seinem Treppenhaus so lange geübt hat, bis er sich sicher war, dass er es ganz bis nach oben schafft, bis zu Motorradclubs, die gern mal einen Ausflug hierher machen. Schön ist es immer, wenn so harte Burschen hier angerauscht kommen und es so ein büschen windiger ist als sonst. Dann fängt die Anlage nämlich an, im Wind zu schwanken. Nicht wirklich schlimm, an der Spitze hat die Anlage bei Windstärke 10, was ja nun auch schon ganz ordentlich ist, ein Spiel von etwa einem Meter. Aber man merkt die Kräfte der Natur halt doch, wenn man dabei ist, die Wendeltreppe im Inneren der Anlage hochzusteigen. Und gerade von den harten Jungs in Lederkutte hat so mancher bei dem ersten Ruhepodest in 11m Höhe schon ein solches Fracksausen, dass nichts mehr geht! Aber macht nichts! Dann kommst Du eben halt ein anderes Mal wieder! Denn das willst Du Dir wirklich nicht entgehen lassen, wo doch alle Deine Kumpels hinterher erzählt haben, wie schön es da oben gewesen ist!
Übrigens, wenn Sie nun Lust bekommen haben sollten, hier ebenfalls die grandiose Aussicht zu genießen, dann vereinbaren Sie bei den hiesigen Tourismusvereinen doch einfach einen Termin!

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