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Frau: Johann, wo willst du denn noch hin, es ist doch schon mitten in der Nacht?“
Tödde Johann: Schlaf ruhig weiter Frau, ich habe noch ein paar Papiere zu unterschreiben, das kann nicht mehr warten. Ich komme nachher zurück.“
Frau: In Ordnung. *schläfrig, gähnt*
Tödde Egbert läuft die Treppe runter, eine Diele knartscht ein wenig. Er hebt eine schwere Kiste hoch, keucht ein bisschen angestrengt
Tödde Egbert: Ach du meine Güte ist das schwer. *Münzen klingelnn aneinander* Aber es fühlt sich gut an, seine harte Arbeit auf eine solche Art und Weise zu spüren. Ich kann und will meinen Verdienst nicht mit anderen teilen. Niemand soll wissen, wie viel Geld ich eigentlich besitze! Nicht über meine Leiche. Das ist und bleibt mein Geheimnis! Aber wo soll ich meinen Schatz vergraben? Am besten hier hinter dem Haus an dem kleinen Apfelbaum. Diese Stelle erscheint mir ganz wunderbar.
So, dieses Loch sollte nun tief genug sein, jetzt muss ich die Kiste nur noch leise verbuddeln. So, das wäre geschafft. Ich habe heute Mittag noch einmal nachgezählt: In der Kiste befinden sich stattliche 21 Gold- und 359 Silbermünzen. Das muss mir erst einmal einer der anderen Kaufmänner hier aus Schapen gleich tun. Wir schreiben das Jahr 1685 und obwohl wir alle sehr gute Geschäfte mit den Holländern machen, bin ich doch der cleverste Kaufmann von allen. Mit dem Inhalt der Kiste könnte ich mir ohne Probleme 400 Schafe kaufen, oder 50 Kühe, ach, was sage ich, 25 Pferde könnte ich ohne Probleme mein Eigen nenn.

Im Jahr 1969, also fast 300 Jahre später, wurde der Münzschatz von Schapen beim Abbruch eines alten Kaufmannshauses gefunden. Etwa 80 % der Gold- und fast 90 n% der Silbermünzen stammten aus den Niederlanden. Der Münzfund belegt damit die engen Handelsbeziehungen zwischen Schapen und den Niederladen in der Zeit der oranischen Herrschaft in der Grafschaft Linge.

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