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Meere, Zeiten und Gesteine

Das Geopark-Informationszentrum ist das Tor zum UNESCO Geopark Harz.Braunschweiger Land.Ostfalen. Die Ausstellung bietet eine spannende Zeitreise durch die letzten 290 Millionen Jahre Erdgeschichte des Braunschweiger Landes.

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Wenn Sie ganz genau hinhören, dann dringt es vielleicht aus weiter Ferne zu Ihnen: das Meeresrauschen! Denn das Gestein, aus dem sich der Höhenzug des Elm auftürmt, war vor undenklichen Zeiten einmal Meeresboden! Lassen Sie uns auf Tauchfahrt gehen, in eine Vergangenheit, die 240 Millionen Jahre zurückliegt!

Das Klima war in unserer Region damals tropisch, das Meer war relativ flach und hatte nur einen sehr begrenzten Wasseraustausch mit dem Ozean, der weiter im Süden lag. Daher war das Wasser hier über lange Zeit salziger als in den offenen Weltmeeren. Das führte dazu, dass hier speziell angepasste Überlebenskünstler ihren Platz fanden. So war diese Unterwasserwelt voll von Wesen, die heute schon längst ausgestorben sind: verschiedene Arten von amphibisch lebenden Sauriern gingen hier auf die Jagd, wie zum Beispiel der etwa robbengroße Nothosaurus, der sich sowohl im Wasser, als auch am Strand zuhause fühlte.  Am Untergrund festgewachsene Muscheln bildeten große Riffe. Seelilien, entfernte Verwandte der Seesterne und Seeigel, die kalkhaltige Stielglieder, sog. „Trochiten“, ausbildeten,  bevölkerten den Meeresboden. Für sie alle war dieses Meer geradezu ein Paradies und Grundlage für unzählige Generationen von faszinierendem urzeitlichem Leben.

Auf dem Grund unseres Meeres schichteten sich über Jahrmillionen hinweg beständig die Überreste dieser Tierwelt, und je mehr Zeit verging, desto mächtiger wurden die Ablagerungsschichten, die unter dem Druck ihres eigenen Gewichtes langsam versteinerten. Da sich in diesen Gesteinsschichten bis heute vielfach Fossilien finden, insbesondere Muscheln, wird das Gestein „Muschelkalk“ genannt. Gerade die  älteren, etwas grobkörnigen Formationen des Muschelkalksteins, aber auch der jüngere massive Trochitenkalk wurde schon seit dem frühen Mittelalter als Baumaterial benutzt. Für viele der alten Kirchen vom Braunschweiger Land bis zum Harz und sogar bis nach Berlin wurde der Muschelkalk aus dem Elm verwendet, u.a. auch für den Kaiserdom in Königslutter.

Möchten Sie der faszinierenden urzeitlichen Tierwelt des Elm und des Braunschweiger Landes einmal von Angesicht zu Angesicht gegenübertreten, dürfen Sie sich keinesfalls das GeoPark-Informationszentrum Königslutter und seine exquisite Fossiliensammlung entgehen lassen. Es liegt, leicht zu finden, nur ein paar Schritte von hier, direkt hinter der Stadtkirche.

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