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Hier, wo die Leine in das Hochwasserrückhaltebecken des Leinepolders eintritt, befindet sich die sogenannten „Geschiebesperre“, in mehrfacher Hinsicht ein ganz besonderer Ort.
Die Leine, aber auch die Bölle, die nur einige Meter von hier entfernt in die Leine fließt, führen tonnenweise Sedimente und Geröll mit sich. Dazu kommt noch der Zufluss aus der Rhume, welche das Quell- und Oberflächenwasser aus dem Südharz aufnimmt. Um eine allmähliche Verlandung des Leinepolders zu vermeiden, hat man direkt an seinem Eingang ein Hindernis eingebaut, das die Flusssedimente und anderen Ballast schon herausfiltert, bevor sie in den Polder hineingeraten. Diese Filterfunktion erfüllt die Geschiebesperre, bestehend aus einem ausgebaggerten Kiessee als Auffangbecken und sog. Sohlgleiten, die verhindern, dass wiederum aus dem Bereich des Polders her eine Versandung stattfindet.
Unser Beobachtungsturm steht genau am Rand der Geschiebesperre. Und wenn Sie von hier aus Ihren Blick über den südlichen Bereich des Leinepolders schweifen lassen, wird Ihnen schnell klar, was das eigentlich Besondere an diesem Ort ist.
Dieses ursprünglich durch den Menschen entstandene Flachwassergebiet ist ein zentraler Teilbereich des Vogelschutzgebietes Leinepolder, dessen weit überregionale Bedeutung seit einigen Jahren durch die EU zertifiziert ist. Die Geschiebesperre ist rund um das Jahr ein Paradies für eine Vielzahl von Vögeln, von denen einige auf der Liste der bedrohten Tierarten ganz weit oben stehen. Da hier aufgrund der Fließgeschwindigkeit auch im Winter die Wasseroberfläche nicht zufriert, zieht es regelmäßig unzählige Wat- und Wasservögel hierher. Tausende von Gänsen haben den Leinepolder und die Geschiebesperre für sich als Überwinterungsgebiet in Beschlag genommen, etwa Nil- oder Graugänse, unter die sich auch Bläss- und Tundra-Saatgänse mischen, die aus ihren Brutgebieten in der nordrussischen Tundra und der Kanin-Halbinsel zu uns kommen. Genauso tummeln sich hier unterschiedliche Entenarten, wie Stock-, Spieß-, Schell-, Schnatter- und Löffelenten, nur um einige zu nennen. Auch überwintern bei uns Kormorane, Silber- und Graureiher. Von den Greifvögeln, die hier immer wieder zu beobachten sind, ist der Seeadler sicherlich der spektakulärste, aber bei weitem nicht der einzige.
Auch ist die Geschiebesperre ein wichtiges Brutgebiet. Fast 60 Vogelarten brüten hier oder in der allernächsten Umgebung, vom Blaukehlchen über die Nachtigall bis zum Eisvogel und zum Weißstorch.
Immer wieder beeindruckend ist auch der alljährliche Durchzug des Kranichs, der im Frühjahr und im Herbst stattfindet. Dabei ist er nur einer unter vielen: Etwa 200 weitere Arten statten uns regelmäßig auf der Durchreise ihren Besuch ab. Zu diesen Zeiten lassen sich innerhalb von 1-2 Stunden leicht mehr als 40 unterschiedliche Spezies beobachten. Darüber hinaus sind hier auch schon regelrechte Exoten gesichtet worden, wie z.B. Gänsegeier und Großtrappe.
Das Vogelschutzgebiet im Leinepolder mit der Geschiebesperre und den umliegenden Kiesseen ist also allemal ein lohnendes wie faszinierendes Beobachtungsgebiet für alle Naturliebhaber und Vogelkundler - und alle, die es werden wollen. Mehr Informationen erhalten Sie unter www.naturerlebnis-leinepolder.de. Oder wenn Sie an einer Naturführung interessiert sind, werden Sie fündig unter: naturscouts-leinetal.de

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