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Das Neustädter Moor ist ein Ort der Ruhe und Schönheit, ein besonderer Lebensraum, der zum Verweilen und Beobachten einlädt.
Bis vor zwei Jahrhunderten war das Moor in Norddeutschland noch ein gewöhnliches, weit verbreitetes Landschaftsbild. Doch heute ist es selten geworden, da der Mensch es vielfach trockenlegte, um landwirtschaftliche Flächen zu gewinnen und den gestochenen Torf zu verfeuern. Daher stellen großflächige intakte Moore heutzutage eine Seltenheit dar.
Im „Neustädter Moor“ sind viele hundert Hektar ökologisch wertvollstes Hochmoor und seine ursprüngliche Vegetation mit sehr seltenen und gefährdeten Pflanzen bis heute erhalten geblieben. Dies ist den besonderen Schutzmaßnahmen zu verdanken, die hier ihre Anwendung fanden, nachdem das Moor 1969 zum Naturschutzgebiet erklärt worden war. So ist das Neustädter Moor heute das wieder am weitesten regenerierte und renaturierte Moor in der gesamten Diepholzer Moorniederung.
Dass das Moor seine charakteristischen Landschaftszüge erhalten kann, dazu trägt auch die Hütebeweidung mit den weißen, hornlosen Diepholzer Moorschnucken bei. Ohne Unterbrechung weiden sie seit Jahrhunderten im Neustädter Moor. Früher wurden sie von Bauernschäfern gehalten - heute fressen die Schafe für den Naturschutz und erhalten so die Offenlandschaft des Moores, auf die eine ganze Reihe seltener Vogelarten angewiesen sind.
Schnepfenarten wie der Große Brachvogel fühlen sich hier besonders wohl. Mit ihren langen Beinen und Schnäbeln sind sie gut an die Umgebung angepasst und können auf der Oberfläche des Moores nach Nahrung suchen. Der Große Brachvogel macht seinem Namen alle Ehre, denn er wird bis zu 60 Zentimeter lang. Sehr auffällig ist sein stark nach unten gebogener Schnabel. Mit dem beige und braun gestreiften Gefieder ist seine Tarnung im Moor perfekt. Sein Gesang ist in den Monaten März bis Juni oder beim Durchzug der großen Schwärme im Herbst lautstark zu hören.
Als ein besonderes Highlight ist in den Monaten März bis Juni auch der Ruf der sehr seltenen Bekassine zu hören. Sie wird aufgrund ihres Rufes auch Himmelsziege genannt.
Der bräunliche Vogel ist etwa drosselgroß und trägt markante, weiße Längsstreifen von Kopf bis Schwanz. Besonders auffällig ist sein im Vergleich zum Kopf sehr langer Schnabel, der eine Länge von gut 6-7cm erreichen kann. In den Herbstmonaten kann man größere Gruppen von Bekassinen bei der Rast im Moor gut beobachten.
Vor allem in den Herbstmonaten halten sich während ihrer Rast auf den umliegenden Feldern Abertausende von Kranichen in der Diepholzer Moorniederung auf. Ein seltenes und besonders imposantes Naturschauspiel lässt sich von diesem Turm aus in den Monaten Oktober und November beobachten, wenn nach Sonnenuntergang tausende Kraniche auf ihre Schlafplätze im Moor einfallen und auch große Graugänsetrupps am Turm vorbeiziehen.

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