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Schüler auf dem Pausenhof der Knabenschule (links) um 1933, im Hintergrund der Giebel der damaligen Mädchenschule

Text

Bereits im Jahr 1818 notierte der damalige Pastor Ossenbeck im September jenes Jahres, dass die Einrichtung einer Mädchenschule nötig sei.
1. Weil die Schule zu klein sei, um alle Kinder aufzunehmen.
2. Weil in sittlicher Beziehung sehr schädliche Folgen daraus entstehen müssten, wenn Kinder verschiedenen Geschlechts bis zum 15. Lebensalter in so einem engen Raum zusammensitzen.
3. Weil kein Lehrer im Stande sei, so viele Kinder gehörig zu unterrichten.
Es wurde daher beschlossen, eine Mädchenschule einzurichten, obwohl nur ein sehr armseliges Schulzimmer – Stahls Schoppen (Standort etwa der große Stein auf dem heutigen Thie) – und keine Lehrerinnenwohnung gestellt werden konnte. Als Lehrerin trat 1819 Elisabeth Ohrendorf aus Münster ihren Dienst an. Sie war eine Schülerin des Pädagogen Overberg. Dieser stellte ihr ein tadelloses Zeugnis aus. 46 Jahre lang war sie in Glandorf als Lehrerin tätig. Im dritten Jahr ihrer Tätigkeit, also 1822, baute ihr die Gemeinde aus Anerkennung eine Wohnung und eine neue Mädchenschule (Kolpingstraße), die 1937 einem neuen Anbau und drei neue Schulklassen mit einem Lehrerzimmer bekam. Die Knaben blieben in der bisherigen alten Schule, einem früheren Zehntspeicher der Kirchhofsburg. Vikar Krone aus Osnabrück begann 1827 seine Amtstätigkeit als Lehrer und während dieser Zeit wurde 1835 eine neue Knabenschule an diesem Standort gebaut. Sehr detailgenau gestalten sich die Schulbaupläne der Knabenschule in Glandorf aus jenem Jahr, die im Nds. Landesarchiv Osnabrück einzusehen sind. Der Zeichnung „von der neu zu erbauenden Knabenschule nebst Lehrerwohnung“ ist zu entnehmen, dass die Planung großzügig angelegt ist und dass alle damals modernen Überlegungen, wie ein Schulhaus
auszusehen hat, Eingang gefunden haben. (Aborte, Schulstubengröße, Fenster etc.)

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