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Das große schöne Backsteingebäude, in dem heute die Samtgemeinde Land Hadeln residiert, hat über die Jahrhunderte schon einiges gesehen. Konzipiert und gebaut wurde es 1792 als Kaufmannshaus und Kornspeicher. Da stand ihm aber seine eigentlich große Zeit noch bevor. Im 19. Jhd. wurde es nämlich zu einem Hotel umgebaut. Im „Hotel zur Sonne“ konnten auch betuchtere Gäste standesgemäß absteigen. Links hinter dem Hotel befand sich die dazugehörige Remise, also eine Art Parkhaus für die Kutschen, mit dem die vornehme Kundschaft vorfuhr.
Wie noch an dem Bestand der Backsteinvermauerung ablesbar ist, war der Haupteingang früher höhergelegt und über einen beidseitigen Treppenaufgang zugänglich. Von dem Hotelier Hinze wird erzählt, er habe diesen Aufgang geliebt, denn von dort aus habe er gegenüber Gästen, die allzu vornehm taten, „von oben herab“ sprechen können. So wird erzählt, einmal sei ein vornehm gekleideter, hoher Herr mit einer nobel ausstaffierten Karosse vorgefahren. Als er aussteigen wollte, aber niemand sofort diensteifrig herbeigeeilt kam, empörte er sich hochnäsig und betonte, er sei einer der höchsten Regierungsräte in ganz Hannover. Daraufhin soll ihm Hinze geantwortet haben: „Oh, dat is good, mien Jung, den Posten hol fast“ – oder auf hochdeutsch: „Das ist ja toll, mein Junge, den Posten halt man gut fest!“
Diese Zeiten sind jedoch inzwischen längst vorbei. Die Remise ist nach einer wechselvollen Geschichte renoviert und herausgeputzt worden, sodass sie heute unter dem Namen „Stadtscheune“ als beliebter und viel genutzter Veranstaltungsort fungiert, in dessen Obergeschoss eine Galerie mit wechselnden Ausstellungen untergebracht ist.
In das alte „Hotel zur Sonne“ zog viele Jahre später das Finanzamt ein. Seit 1982 findet sich hier das Amtshaus der Samtgemeinde.

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