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„Salzderhelden“, wie das schon klingt! Da weht von Ferne ein Hauch von Abenteuer! Dann liegt über diesem Ort auch noch eine mittelalterliche Burg, die Heldenburg. Da geht die Fantasie mit einem durch und fängt an zu galoppieren…
Allerdings in eine ziemlich falsche Richtung, denn der Name der Ortschaft hat weniger mit Helden zu tun als mit dem Salz, das hier seit dem Mittelalter gewonnen wurde. Eine Urkunde vom Beginn des 14. Jhds. nennt diesen Ort „Solt tho der Helden“, was nichts anderes heißt als „Salz an der Halde“, also an einem abschüssigen Gelände.
Die Burg über dem Ort hat dennoch etwas mit der hiesigen Beschaffenheit zu tun, denn Salz war nicht nur im Mittelalter, sondern auch späterhin, ein begehrtes Handelsgut, das „Weiße Gold“. Daher ist die Burg ursprünglich wohl als Sicherung der wirtschaftlich ertragreichen Örtlichkeit und seiner Bodenschätze angelegt worden. Später wurde sie sogar herzogliche Residenz. Eine Nebenlinie der Welfen, des späteren Königshauses von Hannover, regierte von hier aus das Fürstentum Grubenhagen, bis sie Ende des 16. Jhds. ausstarb und das Territorium zurück an die Hauptlinie der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg fiel.
Das namensgebende Salz wurde hier schon vor etwa 1000 Jahren gefördert und gesiedet. Unterhalb des Felsvorsprungs, auf dem die Burg steht, befand sich ein Salzbrunnen, aus dem die Sole, also salzhaltiges Wasser, geschöpft wurde. Dieses Wasser musste dann gesiedet werden, damit das reine Salz schließlich übrigblieb. Um die Produktion zu erhöhen, baute man gegen Ende des 16. Jhds. eine aufwendige Vorrichtung, die sog. „Wasserkunst“, mit deren Hilfe die Sole aus einer Tiefe von 7m emporgepumpt wurde. Gut 350 Jahre später, Ende des 19. Jhd. bohrte man jedoch noch viel viel tiefer, hunderte von Metern, und stellte die Pumpe schließlich auf Dampfbetrieb um. Der hochaufragende Bohrturm von 1884, der den Kern der Saline bildete, war auf der Westseite der Ortschaft schon von Weitem auszumachen. Zu dieser Zeit wurde Salzderhelden auch Kurort mit einem Solebad. Die Gäste kamen ganz mondän und chic mit der neu gebauten Eisenbahn.
Ein noch wesentlich imposanteres technisches Meisterwerk jüngeren Datums ist dagegen das Abschlussstauwerk an der Leine. 116 Meter lang und bestehend aus fünf Segmenten regelt es mithilfe eines computergestützten Steuerungs- und Hochwasservorhersagemodells den Wasserlauf des Flusses. Um das Wasser bei Überflutungsgefahr kontrolliert aufstauen zu können, ist das gesamte Vorland des Stauwerks mit kilometerlangen Dämmen und Schöpfwerken als riesiges Wasserauffangbecken gestaltet: Dies ist der Leinepolder.
Er dient jedoch nicht nur der Hochwasservermeidung, sondern fungiert gleichzeitig als riesiges Naturreservat. Durch die großflächige Erhaltung wechselfeuchter Überschwemmungsbereiche ist der Leinepolder ein einzigartiges Rückzugsgebiet, insbesondere für Vögel, die auf diesen inzwischen selten gewordenen Lebensraum angewiesen sind. Daher ist der Leinepolder ein weithin bekannter Hotspot für Naturliebhaber und Vogelkundler, die hier das ganze Jahr hindurch Beobachtungen und Studien durchführen können. Welche Vogelarten zu welchen Jahreszeiten hier besonders gut zu beobachten sind, erfahren Sie auch unter www.naturerlebnis-leinepolder.de.

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