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Aaaachtuuung! Stillgestanden! Augeen gerade aus!

Soso, da sind Sie ja endlich, unser Nachzügler! Bei mir sind Sie gleich richtig gelandet. Ha! Ich bin nämlich Ihr Spieß, Hauptfeldwebel Schmitt! Schmitt mit Dobbel „T!

Als allererstes: Ihre Haltung ist miserabel! Bauch rein Brust raus... Naja, aber das kriegen wir noch hin!

Die großen Blocks hier im Vordergrund sind unsere Mannschaftsunterkünfte. Sie werden sehen, da werden Se sich pudelwohl fühlen!

Ein Stück weiter nach links die Cloppenburger Straße runter ist die Zufahrt für unsere Schulungsfahrzeuge.

 Ja, unsere LKWs ham Se sicher schon gesehen, ganz schön wuchtige Dinger. Aber das werden Se ja noch feststellen, sobald Se in so einem drinsitzen.

Wichtig ist noch der Kasernenhof direkt hinter den Mannschaftsblocks. Da werden wir uns ja nun in Zukunft öfter mal sehen, hähä. So, noch Fragen? Nee? Dann wegtreten!

 

Nachdem die Bundeswehr im Jahr 1994 die Hindenburg-Kaserne verlassen hatte, stellte das zurück gelassene Areal für die Stadtväter Oldenburgs eine echte Herausforderung dar.  Ein Gelände, vollgestellt mit scheinbar nicht mehr nutzbarer Bausubstanz, kontaminiert mit militärischen Altlasten am Rande der Stadt. Was fangen wir damit nur an?

Zunächst war die Übersiedlung einiger Landesbehörden angedacht worden. Doch nur das Finanzamt zog zeitweise mit einer Außenstelle in einen der Blocks ein. Dass aber im südlichen Bereich des Areals eine neue Justizvollzugsanstalt gebaut werden sollte, darüber war man sich schnell einig, und der Plan wurde bald in die Tat umgesetzt. Die verbliebene Fläche von einer Größe, die immerhin etwa 18 Fußballfeldern entspricht, erstand schließlich 1998 eine Investorengruppe, die  „Projektgesellschaft Hindenburg-Kaserne Oldenburg“, kurz „PHO“. Sie bestand aus den drei Firmen Freytag und von der Linde, der GSG Oldenburg und der Hochtief AG. Die PHO nahm die Sache in die Hand und verpflichtete sich vertraglich zur Planung und Umsetzung der neu zu gestaltenden Stadtteilerweiterung.

In einer wahren Sisyphusarbeit plante, erschloss, sanierte und entsorgte in Jahren 1998/99 die PHO, bis sie endlich zur Vermarktung des Areals übergehen konnte. Im Zuge dessen wurden insgesamt 250.000 m³ Bausubstanz  abgebrochen und ein weit verzweigtes Leitungssystem für die Ver- und Entsorgung des neu zu entwickelnden Stadtteils erstellt. Auch wurde ein neues Straßennetz geschaffen, das sich nur in Teilen an den Gegebenheiten der alten Kaserne orientiert. Heute verlaufen drei miteinander verbundene Stichstraßen in die neuen Wohn- und Gewerbegebiete hinein, wobei lediglich die „Große Wisch“ zwischen dem Bürogebäude der EWE Netz GmbH und dem Burger King-Schnellimbiss noch das ehemalige Nordtor der Kaserne erahnen lässt, an dem ehemals eine Hindenburgplastik im ritterlichen Ornat prangte.

Der erste Kunde der Investorengruppe war der Zoll. In der Folgezeit kamen der EWE-Konzern, die Landessparkasse zu Oldenburg,, die AOK, Burger King und die Firmen Sealpac und Jörg von Seggern hinzu, um nur einige zu nennen.. So wurde aus dem ehemaligen Kasernenareal das , was es heute ist: ein moderner, servicestarker und lebendiger Wirtschaftsstandort mit einer Vielzahl von Arbeitsplätzen.

Darüber hinaus errichtete die GSG im nördlichen Bereich der alten Kaserne ein besonders schönes neues Wohngebiet. Der Wohnpark an der Buschhagenniederung kann sowohl mit Nähe zum Grün und zur Naherholung als auch mit perfekter Anbindung an das städtische Zentrum aufwarten.

Das Gesamtergebnis dieses spektakulären Umbaus steht heute vor Ihnen und ist nach allgemeinem Bekunden ganz außerordentlich gelungen. Es wurde sogar vom niedersächsischen Innenministerium als vorbildlich bewertet und ausgezeichnet.

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