Nach einer alten Erzählung ging die Stiftung des Klosters Möllenbeck auf folgende Begebenheit zurück:
Nur wenige Kilometer südöstlich von hier lebten auf einer Burg ein Ritter namens Uffo und seine Gemahlin Hildburg. Den beiden war es nicht beschieden, eigene Kinder zu haben. Vielleicht war das einer der Gründe, warum sich Uffo dazu entschloss, eine Pilgerreise ins Heilige Land zu unternehmen, um am Heiligen Grab für seine Frau und sich zu beten. Eine solche Pilgerreise war ausgesprochen lang und natürlich auch gefährlich.
Daher musste Hildburg lange Zeit auf die Rückkehr ihres Gemahls warten. Schließlich wurden Sorge und Zweifel übermächtig. In der Hoffnung, ihre Gebete um die Wiederkunft ihres Gatten würden bei Gott besonderes Gehör finden, wenn sie denn gute Werke vollbrächte, nahm sie ihre Güter und stiftete in der ganzen Umgebung nach und nach neun Kirchen, als Krönung jedoch das Frauenkloster in Möllenbeck.
Als Uffo nach langer Zeit schließlich doch glücklich heimkehrte, wusste Hildburg, dass Gott sie erhört hatte. Voller Freude begrüßte sie ihn mit den Worten: „Ich habe, während du fort warst, Gott zu Ehren neun Töchter geboren!“ Zuerst wird Uffo daraufhin wohl mehr als nur ein wenig gestutzt haben, aber als Hildburg ihm erklärte, was sie damit meinte, war er heilfroh und versprach, jede der neun Töchter mit einer standesgemäßen Mitgift auszustatten.
Auch die alten Urkunden und Annalen wissen von Hildburg und Uffo. Die Stiftung des Klosters Möllenbeck erfolgte im Jahr 896 und war so bedeutend, dass sie von Kaiser Arnulf von Kärnten höchstpersönlich bestätigt wurde.


