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Wissen Sie, was Neuschoo mit dem Ardalsfjord in Norwegen und der Stadt Aba in Nigeria gemeinsam hatben? Nichts, was sich auf den ersten Blick erschließt und dennoch etwas sehr Bedeutsames! Es ist der Längengrad und damit die Tageszeit. Aber wieso ist das so? Wer schreibt uns eigentlich vor, wie spät es gerade ist?
Jeder Fleck auf der Erde wird mit Längen- und Breitengraden genau bestimmt, sonst würde kein GPS funktionieren und Ihr Navigationsgerät würde Sie noch mehr in die Irre führen, als es ohnehin schon der Fall ist. Dabei sind die Breitengrade die harmlosen, weil sie unkompliziert sind. Sie verlaufen alle ganz brav parallel zum Äquator, der die Nulllinie bildet. Je größer der Abstand zu ihm, desto höher die Gradzahlen, an den Polkappen schließlich genau 90 Grad.
Viel spannender sind dagegen die Längengrade: Wenn man sich nun jeden Längengrad rund um den Globus als Linie zwischen Nord- und Südpol denkt, dann weiß man gar nicht, wo man anfangen soll zu zählen. Wirklich jede einzelne von ihnen könnte die Linie Null sein!
Die englischen Seefahrer waren da ganz pragmatisch und legten die Nulllinie einfach in ihr Hauptquartier in Greenwich bei London, und da sie über Jahrhunderte hinweg die führende Seemacht waren, einigte man sich schließlich weltweit auf ihren Standard.
Jetzt stellen wir uns vor, es ist in Greenwich 12 Uhr mittags - dann ist es bei uns schon ein klein wenig später. Schließlich geht bei uns die Sonne immer etwas früher auf als in England, weil wir ein Stück weiter östlich liegen.
Würde man nun diese Zeitverschiebung genau nach Minuten und Sekunden bemessen, würden alle daran verzweifeln, denn dann hätte man alle paar Kilometer eine andere Uhrzeit. Um das zu vermeiden, wurden die Zeitzonen etwas grober, nämlich nach Stunden unterteilt. Es gibt daher rund um den Globus genau 24 Zeitzonen, entsprechend den 24 Stunden unseres Tages. Teilt man den Erdkreis mit seinen 360 Längengraden durch diese 24, besteht jede Zeitzone aus genau 15 Längengraden.
Nun führt der Nullmeridian von Greenwich genau durch die Mitte seiner Zeitzone, d.h. 7,5 Grad weiter westlich beginnt die neue Zeitzone oder eben 7,5 Grad weiter östlich. – Und da befinden wir uns genau hier! Theoretisch müssten Sie also jedes Mal, wenn sie die örtliche Meridiansgrenze überqueren, Ihre Uhr umstellen, weil sie rein mathematisch von der mitteleuropäischen in die englische Zeit purzeln oder umgekehrt. Das macht aber natürlich kein Mensch! Die Zeitgrenzen orientieren sich praktischerweise an den nationalen Grenzen, wobei die Niederländer und selbst die Spanier sich zeitlich als Mitteleuropäer betrachten.
Jetzt stellen Sie sich doch mal vor, unsere Landesgrenzen wären heute noch so wie in alter Zeit, als hier noch die ostfriesischen Häuptlinge herrschten, dann müssten Sie bei jeder einzelnen Fahrt zwischen Aurich und Wittmund erst einmal Ihre Uhr umstellen…

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