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Grenze im Kopf

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Halt! Hier Grenze! 40 Jahre Trennung haben in den Köpfen der Deutschen Spuren hinterlassen. Auf beiden Seiten des Zauns. Das gilt natürlich vor allem für die älteren Jahrgänge.

Heute, über 20 Jahre nach der Wende, scheint gerade in ländlichen Regionen noch immer eine Grenze zu existieren. Eine unsichtbare mentale Grenze.

So auch im schleswig-holsteinischen Herzogtum-Lauenburg und seinen mecklenburg-vorpommerschen Nachbar-Landkreisen Nordwestmecklenburg und Ludwigslust-Parchim.

Es ist zu beobachten, dass sich die Schleswig-Holsteiner überwiegend auf ihrer Westseite tummeln. Genauso bevorzugen die Mecklenburger offenbar ihr Umfeld östlich der ehemaligen Staatsgrenze. Cafés und Museen im Lauenburgischen, zum Beispiel, besuchen sie eher selten.

Wie ist das zu erklären?

Womöglich spielt eine Rolle, dass die Ost- und Westdeutschen in sehr unterschiedlichen politischen Systemen lebten. Auch ihre Arbeitswelten und ihre Kultur entwickelten sich auseinander. So schnell wächst wohl nicht wieder zusammen, was zusammen gehört.

Oder ist der Grund viel simpler?

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Es ist wichtig, überall hingehen zu können. Ob man diese Freiheit nutzt, ist eine andere Sache.

Die Jüngeren und die Neugierigen auf beiden Seiten werden ihre vertrauten Wege aber immer wieder verlassen. Und sie werden sich begegnen und austauschen und gemeinsam Brücken bauen.

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