Die Weser war in den vergangenen Jahrhunderten für die Region ein ungemein wichtiger Verkehrsweg. Als der Transport über unbefestigte Straßen noch unsicher und beschwerlich war, war es der Fluss, über den ein Großteil des Handels abgewickelt wurde. Aus dem oberen Wesertal brachte man seit dem Mittelalter regelmäßig große Holzladungen bis nach Bremen, und zwar in einer sehr praktischen Art und Weise. Man vertäute die großen Holzstämme miteinander und baute auf diese Weise große Flöße, das heißt die Ware wurde gleichzeitig zum Transportmittel.
Bei anderen Waren brauchte es natürlich Schiffe. Und solange es weserabwärts ging, sorgte der Fluss selbst für das Vorwärtskommen. Die Rückfahrt gegen den Strom war dagegen mühsam. Die Schiffe mussten getreidelt werden, d.h. Pferde zogen vom Ufer aus die Schiffe weseraufwärts. In Ahe war es aber so, dass einige Bauerngärten direkt bis an den Fluss heranreichten. Weil die Pferde beim schweren Ziehen der Schiffe leicht vom Weg abkommen konnten und dann durch Beete und Rabatten stampften, war natürlich der Ärger vorprogrammiert. Deshalb kam es vor gut 200 Jahren hier zu einem heute etwas seltsam anmutenden Arrangement: Die Schule stand nicht weit vom Ufer entfernt, und wenn ein Schiff samt seinen Treidelpferden hinter der Weserbiegung auftauchte, dann zog Lehrer Kohlmeyer mit seiner Klasse los. Die Pferde wurden abgeschirrt und über einen Weg durchs Dorf geführt, während nun die Schulkinder, die wesentlich leichtfüßiger unterwegs waren als die schwerfälligen Zugtiere, einsprangen und das Schiff durch die sensible Gartenzone zogen. Ob die Kinder dabei immer ihren Spaß hatten, ist nicht überliefert, dass der Lehrer von den Schiffern regelmäßig das eine oder andere zugesteckt bekam, aber schon.