Die Hexenteiche unterhalb der Arensburg sind von eindringlicher Ambivalenz. Einerseits wirken sie abgelegen und still, andererseits besagt der Name dieser Teiche nichts Gutes.
Entgegen dem weitverbreiteten Vorurteil sind Hexenverfolgungen übrigens kein Phänomen des Mittelalters, sondern der frühen Neuzeit. Als die mittelalterliche Welt in die Brüche ging und sich angesichts rasanter Veränderungen Ängste breitmachten, meinte man mittels naiven Aberglaubens das Übel dingfest machen zu können, um ihm mit blanker Gewalt zu begegnen.
Rinteln und sein Umland waren berüchtigt für seine Vielzahl an Hexenprozessen. Unter dem Amtmann Reinhard Klein wurden noch 1659 nahe der Burg gleich 20 Personen als Hexen verbrannt. In den hiesigen Teichen hat man wohl sog. „Wasserproben“ durchgeführt. Wenn das für Reinheit stehende Wasser eine Person nicht aufnahm, sie also aus irgendeinem Grund über Wasser blieb, galt sie als Hexe. Ging die Person dagegen unter, war sie unschuldig. Das Endergebnis war jedoch wohl nicht selten das gleiche.
Ein anderes Mittel zur Überführung einer Hexe war das Geständnis. Um dieses zu erhalten, wurden Verdächtige entsprechend oft der Folter unterzogen. Zwar hieß es, die Folter dürfe nicht länger als eine Stunde dauern und auch nicht wiederholt werden, aber derjenige, der über diese Regel wachte, war gleichzeitig auch der Strafverfolger. Daher wird man sich eher selten an diese Vorgabe gehalten haben. Es ist einleuchtend, dass die Folter oft dazu führte, dass schließlich alles gestanden wurde, nur um dem immer unerträglicheren Schmerz zu entgehen, das heißt, die Folter machte Hexe. Und das wurde letztlich auch der Ansatzpunkt zur Kritik. Man leugnete klugerweise nicht die Existenz von Hexen, um nicht selbst unter Verdacht zu geraten, sondern man machte deutlich, dass man mit der angewandten Methode nicht objektiv in der Lage war, zwischen Hexe und Nichthexe zu unterscheiden.
Interessanterweise ist Rinteln auch der Ort, in dem eines der wichtigsten Bücher gegen die Hexenverfolgung erschienen ist. Die Cautio Criminalis des Jesuitenpaters Friedrich Spee von Langenfeld trug wesentlich dazu bei, dass um das Jahr 1700 die Hexenprozesse weitgehend Geschichte waren.