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Der später geadelte Franz Ferdinand Dingelstedt, Sohn des damaligen Rinteler Stadtkämmerers, war einer der bedeutenden Theaterintendanten des 19. Jhds und ein bekannter Schriftsteller. Er ist es gewesen, der im österreich-ungarischen Wien der dortigen Hofoper und dem Burgtheater besonderen Glanz verlieh.

In seiner Rinteler Jugendzeit verbrachte Dingelstedt immer wieder auch Zeit in Todenmann und ließ sich von Landschaft und Weser inspirieren. Aus dieser Zeit stammt das früher weithin bekannte Weserlied. Der romantischen Text nimmt Bezug auf Dingelstedts Jugendliebe.
Hier hab’ ich so manches liebe Mal
Mit meiner Laute gesessen,
Hinunter blickend ins weite Thal,
Mein selbst und der Welt vergessen
Da sitz’ ich aufs Neue und spähe umher,
Und lausche hinauf und hernieder;
Die holden Weisen rauschen nicht mehr,
Die Träume kehren nicht wieder.
Die süßen Bilder wie weit, wie weit,
Wie schwer der Himmel, wie trübe!
Fahr’ wohl, fahr’ wohl, du selige Zeit,
Fahrt wohl, ihr Träume der Liebe!
Den Text des Weserliedes ritzte Dingelstedt seinerzeit mit einem in der Region gefundenden Quarz, einem sogenannten Schaumburger Diamanten, in eine Fensterscheibe an der Nordseite des Zollhauses. Sie war dort fast 50 Jahre lang eine kleine Attraktion, die immer wieder Gästen gezeigt wurde, wenn die Sprache auf das damals berühmte Weserlied kam. Diese Scheibe ging leider um 1880 bei einer turbulenten Feier zu Bruch.
Seit 1931 erinnert am Ort an ein Denkmal an Dingelstedt und sein Weserlied.