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Foto: Antje Geisler

Ja, das haben Sie sich hier ganz richtig ausgesucht! Sie befinden sich nämlich an einem von 15 ausgesuchten Aper Lieblingsorten!

Alle diese Lieblingsorte sind bestückt mit Skulpturen des Oldenburger Künstlers Jörg Ridderbusch. Und wenn sie erzählen könnte, dann würde die Weltkugel an der Eisenhütte in Augustfehn wahrscheinlich Folgendes sagen ...

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Tjaja, die Welt ist rund, und sie dreht sich mit Schwung unablässig! Ich als Weltkugel muss es schließlich wissen. Aber Erfahrung damit hat man auch hier in Augustfehn, wo sich vieles so schnell gewandelt hat: Erst Mitte des 19. Jhds. fing man an, vor Ort die ersten Siedlerstellen zu vergeben. Doch die Besiedlung hier tief im Moor lief erst nicht richtig an, sondern erst als der Vareler Unternehmer Julius Schulze die Idee hatte, etwas richtig Großes aufzuziehen!
Damals begann überall in Deutschland die Industrielle Revolution anzurollen, und die wurde vor allem aus zwei Zutaten gebacken: Eisen und Kohle! Nun, Kohle gab es zwar im Ammerland schon damals keine, aber dafür hatte man einen anderen Brennstoff, nämlich Torf. Und Eisen fand sich ebenfalls im Moor, und zwar als Raseneisenerz. Damit begann der Traum vom oldenburgischen Industriewunder: Eine Aktiengesellschaft wurde gegründet und mit dem Kapital eine Eisengießerei aus dem Boden gestampft, mit Puddelofen, in dem geschmeidiges Schmiedeeisen hergestellt wurde, und einem Walzwerk.
Statt der eigenen Eisengewinnung ging man bald dazu über, Roheisen zu importieren, um es an Ort und Stelle zu veredeln und damit zahlreiche Gusswaren des Alltags wie Öfen oder Spiegel zu produzieren. Augustfehn wurde dadurch zum bedeutenden regionalen Industriestandort, wodurch die junge Siedlung durch viele zugezogene Arbeitskräfte rasant anwuchs.
Dieser eiserne Aufschwung in Augustfehn blieb über viele Jahrzehnte beständig. Doch während der Weltwirtschaftskrise hatte die alte Herrlichkeit Rost angesetzt. 1932 war der Traum von der Augustfehner Schwerindustrie letztlich ausgeträumt. Das Gelände sah nun über die Zeiten hinweg unterschiedlichste Nachnutzungen, zuletzt durch die Bundeswehr, bis im Jahr 2003 die Gemeinde Apen die alte Eisenhütte kaufte.
Und nun bewahrheitete sich das Sprichwort, dass im Gegensatz zu Eisen alte Liebe eben nicht rostet, sondern wahre Berge versetzt. Im Jahr 2010 übernahmen Anke und Dieter Börjes Kesselhaus und Wasserturm der alten Hütte und stellten mit rastlosem Engagement und einer Riesenportion Herzblut ein vielfältig ausstrahlendes Projekt auf die Beine. Die Baulichkeiten wurden bis ins Detail mit viel Aufwand und Liebe saniert, bis es 2014 endlich geschafft war: Die „Eisenhütte“ wurde neu eröffnet, und zwar als hochwertige Gastronomie, die in Zusammenarbeit mit dem Eisenhüttenverein Augustfehn eine Vielzahl kultureller Events beherbergt. Die Eisenhütte ist eine überregional gefragte Location für Livekonzerte, die hier regelmäßig stattfinden, und beherbergt wechselnde Kunstausstellungen.
Wenn also die Eisenhütte einstmals ein Magnet für Menschen gewesen ist, um nach Augustfehn zu kommen, dann ist sie das heute gewissermaßen wieder - als Ort gepflegten und geselligen Beisammenseins und als ausgewiesener Lieblingsort der Aper Bürgerinnen und Bürger.
Ich sag´s ja: Die Welt, die dreht sich rund und rund…

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