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So sieht also der Stadtplan für die neue Töddenstadt aus. Es wäre ja gelacht, wenn wir die Packenträger und ihre Sippschaft nicht unter Kontrolle bekommen. Wir sind schließlich der preußische Staat, uns hat man sich unterzuordnen und gefälligst seine Steuern zu zahlen, so wie es jedem ehrbaren Kaufmann gebietet!
Wir verhindern mit der Töddenstadt das Auswandern der Wohlhabenden Tödden nach Hopsten und kriegen auch das Problem mit dem Schmuggel in den Griff. Nördlich von Hopsten scheint mir der beste Platz, um mit den Bauarbeiten zu beginnen. Hier gibt es nur weite Landschaften. „Töddenstadt im Moor“ wäre deswegen ein guter Name finde ich.
Wie der Stadtplan genau aussieht? Aha, mehr als 100 Häuser soll es geben, das ist eine gute Zahl. Dort haben wir auch eine Kirche, ein Rathaus …. Ein Waisenhaus dort drüben und da hinten ein Handwerkerquartier. Gut, sehr gut. Der Zeichner hat auch vermerkt, dass die Töddenstadt an einer tiefer liegenden Stelle gebaut werden soll. Drumherum ist ein Kanal und was sehe ich da: Sie Stadt ist nur an zwei Stellen über Zugbrücken zugänglich. Wie eine kleine Festung. Der Stadtplan gefällt mir, so soll es sein.

Den Plan für die „Töddenstadt im Moor“ gab es tatsächlich und er ist sogar noch erhalten. Die Stadt wurde sehr großzügig geplant, weil man damals dachte, dass sich die Mehrzahl der über 1.000 Packenträger dort ansiedeln würde. Weil die meisten Tödden Heuerlinge oder Miteinwohner ohne Grund- und Hausbesitz waren, brauchten sie fast keine Steuern zu bezahlen. Allerdings verdienten sie durch den Hausierhandel viel Geld. Deshalb wollte man die Tödden zu Stadtbewohnern machen, um von ihnen Steuern zu kassieren und wohl auch, um den vermuteten Schmuggel einzudämmen. Verständlicherweise stießen diese Absichten bei den Tödden auf wenig Anklang. Die Stadt wurde letztendlich nie gebaut.

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