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Quelle und Ursprung

Das Wasser der Lutter war Voraussetzung für vorgeschichtliche Ansiedlungen und für die Gründung von Kloster, Dorf und Stadt. Der Name des Bachs leitet sich ab von „lauter“ – klar, rein.

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Dies ist "das allerklarste, reinste, süßeste und schmackhafteste Wasser, so von seiner Reinlichkeit und Lauterkeit auch Lutter genannt worden und entsinnen wir uns, an keinem Ort solch schönes, kristallenes Wasser als ebendieses ist, gesehen zu haben."

So beschreibt Dr. Brückmann, ein Arzt aus dem 18. Jh., die Lutter. Und wer den Wasserlauf mit seinem kühlen, klaren Nass betrachtet oder an der Quelle davon kostet, kann dieses hohe Lob noch heute nachvollziehen.

Die Besonderheit dieses Bachlaufes ist seine Herkunft. Das Regenwasser, das über dem Höhenzug des Elm niedergeht, wird durch das Gestein gründlich gefiltert. Gleichzeitig nimmt es sehr viel Kalk auf.

Eine der Quellen, wo das Wasser wieder an die Oberfläche kommt, ist die Lutter. Da, wo sie fließt, lagert sich der von ihr mitgeführte Kalk auf die Dauer wieder ab und bildet den sog. Duckstein. Auf dieser bis zu 8 Meter dicken Gesteinsschicht steht heute die gesamte Altstadt von Königslutter. Insofern bildet die Lutter in mehrfacher Hinsicht das Fundament der Stadt, denn das köstliche Wasser der Quelle bot schon seit frühesten Zeiten allerbeste Voraussetzungen, um hier zu siedeln und zu leben. So entstanden hier zunächst ein Dorf, dann das Kloster und letztlich die Stadt.

Apropos Duckstein: der Name des Gesteins ist gleichzeitig der Name des Bieres, das früher in Königslutter gebraut wurde. Der besondere Geschmack des Bieres beruhte nicht zuletzt auf dem kalkhaltigen Lutterwasser, das man zur Herstellung benutzte. Ducksteinbier ließ sich bestens verkaufen  –  so verhalf die Lutter der Stadt und ihren Einwohnern zu einigem Wohlstand. Aber man ahnte immer auch, dass der Bach eine Gegenleistung für seine Wohltaten verlangt. Daher trauen ihm die Leute nicht so recht und erschrecken besonders, wenn er sich ihnen einmal in ungewohnter Gestalt zeigt. Mit Furcht in der Stimme nennen sie ihn dann Hakemann oder Wassernix. Dabei bräuchten sie gar nicht so ängstlich zu sein. Es ist nämlich gar nicht so schwierig, die Gunst des Wassers zu gewinnen. Früher warfen die Leute oft Blumen in den Bachlauf, auf dass er sich bekränzen konnte. Und die alten Bierbrauer der Stadt schütteten sogar regelmäßig eine Kanne voller Bier in den Wasserlauf. Und heute?

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