CultureApp

string(0) ""

… in Vorbereitung

Text

Wenn man den Begriff „Polder“ hört, ist man geneigt, zunächst einmal an Maßnahmen der Landgewinnung an der Nordseeküste zu denken. Doch hier im Leinetal haben wir es mit etwas ganz anderem zu tun. Zwischen der südlich gelegenen Northeimer Seenplatte und der Ortschaft Salzderhelden umgibt der Polder die Leine auf einer Fläche von gut 1000 ha und gestaltet eine vielfältige Wasserlandschaft mit ganz unterschiedlichen Aspekten.
Hier, zwischen Northeim und Einbeck ist das Gebiet besonders hochwassersensibel, denn südlich des Polders hat die Leine gleich zwei Zuflüsse. Rechterseits die sehr wasserreiche Rhume, die sich aus vielen Quellen des Harzes speist, und linkerseits, nur wenige hundert Meter weiter flussabwärts, die vom Höhenzug Ahlsburg herabkommende Bölle. Zumal in Regenzeiten oder zur Schneeschmelze stauten sich hier also regelmäßig große Wassermassen, die das gesamte Umland überfluteten.
Um zukünftig eine Kontrolle über die Wasserläufe zu erhalten, wurde in den Jahren 1972 bis 1994 der Leinepolder aufwendig als Hochwasserrückhaltebecken angelegt. Dämme, Schöpfwerke und schließlich als Hauptakteur der Staudamm bei Salzderhelden bilden ein ausgeklügeltes System, das in mehreren Stufen funktioniert. Besteht keine Hochwassergefahr, fließt die Leine ungehindert durch ihr Bett. Stellt sich aber eine Hochwassersituation ein, wird die Leine bei Salzderhelden gestaut, um den Abfluss zu regulieren und das Leinetal weiter flussabwärts zu schützen. Auf diese Weise füllt sich Polder 1, der das engere Umfeld der Leine sowie die große Fläche vor dem Staudamm einnimmt. Reicht seine Kapazität nicht mehr aus, werden sukzessive weitere Teilpolder in Betrieb genommen, im höchsten Belastungsfall insgesamt 5. Durch die Regulierung am Staudamm ist man nun in der Lage, die Wassermassen nach und nach verträglich abzuführen.
Der Hochwasserschutz ist jedoch nicht die einzige Errungenschaft des Leinepolders. Dieser ursprünglich von Menschenhand vorgenommene Eingriff in die Landschaft hat sich bis heute zu einem kostbaren Naturraum entwickelt, der insbesondere beim Vogelschutz eine herausragende Rolle spielt. Großflächige Feuchtwiesen, Röhrichte, und offene Wasserflächen nach regelmäßigen Überflutungen bilden einen großartigen Lebensraum für z.T. selten gewordene Vögel, die entweder hier brüten oder den Leinepolder als Rastgebiet während ihres Zuges nutzen.
Seine hohe Wertigkeit für den Naturschutz wird besonders daran deutlich, dass seit 2001 nahezu der gesamte Polderbereich als EU-Vogelschutzgebiet ausgewiesen ist.
Und was für die Natur gut ist, kann für den Menschen nicht schlecht sein: Der Leinepolder bietet zu jeder Jahreszeit ausgezeichnete Bedingungen, das Naturgeschehen und die hier lebende Vogelwelt zu beobachten. Genauere Informationen dazu finden Sie unter: www.naturerlebnis-leinepolder.de.

Map

Google Maps Karte