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Die Bauerschaften Klein und Groß Roscharden liegen auf der sanften Anhöhe eines Geestrückens nördlich von Lastrup. In diesem Gebiet gab es schon von alters her weitläufige, üppige Weiden, auf denen eine traditionsreiche Rinder- und Pferdezucht betrieben wird.
Der Name „Roscharden“ gibt einiges an Rätseln auf. Einige meinen, er käme von „Rosgarden“, also einem Rosengarten. Ein solcher Flurname ist im deutschsprachigen Raum tatsächlich weit verbreitet. In der Sage besiegt Dietrich von Bern den Zwergenkönig Laurin im Kampf um dessen Rosengarten, der einen magischen, ja geradezu sakralen Bezirk bildet.
Eine solche Zuordnung wäre natürlich schön, das hätte was! - Aber sie ist leider eher unwahrscheinlich, da der „G“-Laut von „Garten“ im Namen eigentlich gar nicht vorkommt, und andere „Rosengärten“, zumal im Oldenburger Umland, ihre Bezeichnung ganz unverblümt erhalten haben.
Wahrscheinlicher ist demnach eine andere Möglichkeit, nämlich dass der Name etwas mit „Ross“, also mit Pferden zu tun hat. Der Namensteil „Scharden“ oder „Schar“ bezeichnet dagegen etwas wie eine „Grenze“, „Kante“ oder einen „Hügelkamm“. Und so wird doch ein Schuh draus: Der Hügelkamm, auf dem die Pferde weiden!
In einer Urkunde des 15. Jhds. taucht dieser Name das erste Mal auf. Fraglich ist allerdings, ob er mit den Geschichten zu tun haben kann, die noch vor einer Reihe von Jahren auf einigen Höfen im Umlauf waren. Man erzählte sich nämlich, man habe in alten Zeiten in Roscharden heilige Pferde gezüchtet, die dem Wodan geweiht gewesen wären und die man auch als Orakel verwendet habe. Wenn es denn eine echte Überlieferung wäre, müsste sie aus der Zeit vor der Einführung des Christentums stammen, sie müsste also mindestens 1200 Jahre am Ort mündlich tradiert worden sein. Da glaube ich eher, dass man in Roscharden sehr stolz auf seine Pferdezucht gewesen ist - übrigens, das ganz zu Recht! – und dass man vor Zeiten dazu die passende nette Geschichte erfunden hat.
Aber das ist ja das Schöne daran. Da macht sich jeder so seinen eigenen Reim drauf, und das darf er auch!

Roschke

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Dei Burskuppen: Groten Roschke un Lüttken Roschke leegt up eine Anhöchde nördlick van Lastrup. In disse Gägend geew dat fräuher all wietlöfftige Wisken. Grote Koppels van Kauhveih un Pere harn hier satt tau fräten. Wor dei Naom „Roscharden“ nu würklick herkummp, dat weit man nich. Wecke ment, dei Naom häff wat mit „Rosgarden“, also ein Rausengorn, tau daun. Dat Wort is faoken inne olen dütschen Spraoke tau finnen. So hätt einer Saoge nao, Dietrich von Bern gägen den Zwergenkönig Laurin wägen den magischen Rausengorn mit sakraler Stäe, den Striet wunnen.
Aower van Rausengorn kummp dei Naom wisse nich her. Dat har gaut passt. Aower do fählt jao uck noch dat „G“ inne. „Rausengörns kennt wi bi us in Ollenborger Münsterland.
Wohrschienlick häff dei Naom Roscharden doch wat mit „Ross“, also mit Pere, tau daun. Un dei Deil „Scharden“ off „Schar“ bedütt sowat at: Grenze, Kante off Högelkamm“. Un so wedd ein Schauh dorut: Dei Högelkamm, up denn Pere löpen.
In einer Urkunde ut `t 15.Johrhunnert is disse Naom dat eierste Maol tau läsen. So vertellte man sick lange so dör`n Dag uppe Höwe noch Geschichten, dat man hier hillige Pere tüchtet häff. Sei wüdden Gott Wodan weiht un dann uck at Orakel bruukt. Wenn dat wohr wän schull, dann was dat lange för `t Christentum. Dat häff man dann woll vör 1200 Johre van Mund tau Mund wietervertellt. Välmehr kann man dorvan utgaohn, dat man in Roscharden bannig stolt up dei välen Pere wän is.
So kann sick jederein nu `ne Geschichte tau Roscharden utdenken. Un dat draff hei uck!

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