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Entsprechend der christlichen Tradition, die Verstorbenen in Nähe der Kirche zu bestatten, befand sich der Friedhof in Lastrup lange Zeit rund um die Pfarrkirche St. Petrus. Dieser diente seit gut tausend Jahren den Gläubigen als Ruhestätte.
Nach dem Umbau der alten Kirche 1862 kam wenige Jahre später Dr. Johann Engelbert Wulf als Pfarrer nach Lastrup. Der damalige Friedhof war aufgrund der Bauarbeiten stark verwüstet worden. So plante Wulf, der in Rom studiert hatte, eine neue Friedhofsanlage nach dem Vorbild des „Campo Santo Teutonico“, dem „deutschen Friedhof“ in der Vatikanstadt. Hierbei handelt es sich um einen uralten Pilgerfriedhof in unmittelbarer Nähe des Petersdoms. Seit der Gründung durch Karl den Großen, diente dieser auch zugewanderten Fremden, insbesondere den Franken, Deutschen und Flamen als Begräbnisstätte.
Pastor Wulf ließ um das Friedhofsgebäude nach Motiven des römischen Vorbildes monumentale Totendenkmäler sowie eine Kreuzigungsgruppe errichten. Geschaffen wurden diese vom Bildhauer Heinrich Josef Woermann aus Münster. Im westlichen Teil des Geländes befinden sich das Kriegerdenkmal und die Gedenktafeln für die Gefallenen des Ersten und des Zweiten Weltkrieges. Die dort angebrachten Kreuze erinnern auch an die verwundet heimgekehrten Soldaten, die in der Heimat ihren Kriegsverletzungen erlagen. Sie stehen aber auch für die russischen Kriegsgefangenen, die nach dem Ersten Weltkrieg der Spanischen Grippe zum Opfer fielen und dort beerdigt sind.

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