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Im Frühjahr 1945 stehen alliierte Truppenverbände bereits tief in Deutschland, die Tage der Naziherrschaft sind gezählt. Dennoch finden noch immer deutsche Abwehrkämpfe statt, die vereinzelt fanatisch geführt werden und den Alliierten einen hohen Blutzoll abverlangen. Am 22. März ist von Ferne ein vielstimmiges Dröhnen von Motoren zu hören. Wenig später erlebt der Luftwaffenstützpunkt Ahlhorn sein Inferno. Die Alliierten wollen sicherstellen, dass von hier aus kein deutsches Flugzeug mehr abhebt. 99 Maschinen der US-Airforce werfen Bomben mit einem Gesamtsprenggewicht von 185000 kg ab.
Doch damit ist die Geschichte der Luftfahrt in Ahlhorn noch keineswegs beendet, denn nur einen Monat später rücken britische Truppen ein mit englischen, polnischen und kanadischen Truppenteilen. Die Briten richten den Flugplatz für ihre Zwecke provisorisch wieder her.
Ab 1947 ist für einen regelmäßigen Flugverkehr allerdings gar kein Platz mehr, denn das Gelände wird zu einer Sammelstelle und einem Depot der britischen Besatzungsarmee in Deutschland. Auf den kilometerlangen Landebahnen werden 20000 meistenteils beschädigte Militärfahrzeuge vor Ort abgestellt und teilweise wieder instandgesetzt.
Erst fünf Jahre später, 1952 wird der Flugplatz offiziell von der Royal Air Force übernommen. Die Briten sind Teil der Alliierten Truppenverbände, die angesichts sich verhärtender Fronten während des Kalten Krieges in Deutschland ihren festen Standort haben.
Die Royal Air Force ist gekommen, um zu bleiben. Nördlich des Fliegerhorstgeländes liegt der sogenannte „Casinowald“, benannt nach dem noch heute existierenden alten Offizierscasino aus Zeiten des 1. WKes. Die Engländer bauen dort zahlreiche Wohnhäuser für die Familien ihrer Soldaten, die noch immer das dortige Ortsbild prägen. Es wird sogar eine Schule gebaut. Heute ist dort die Dietrich-Bonhoeffer-Klinik untergebracht.
Schließlich bleibt die Royal Air Force jedoch nicht so lange in Ahlhorn, wie es vielleicht zu erwarten stand. 1956 bekommt die noch junge Bundesrepublik Deutschland ihre eigene Armee, die Bundeswehr. Und an diese übergeben die Engländer 1958 das Gelände in Ahlhorn.
Das Museum der Traditionsgemeinschaft Fliegerhorst Ahlhorn verfügt über eine Reihe schöner Exponate, die einen lebendigen Eindruck in Bezug auf diese Zeit vermitteln. Auch pflegt der Verein bis in unsere Tage Kontakte nach England.